„Moderne Sportstätte 2022“, erste Projekte priorisiert

Ein Bericht zu allen Projekten von SVENJA MEYRICH

Halver – 300 Millionen Euro. So viel stellt das Land Nordrhein-Westfalen Sportvereinen zur Verfügung, um ihre Sportstätten zu sanieren und zu modernisieren. Aus dem Fördertopf der Maßnahme „Moderne Sportstätte 2022“ fließen 300 000 Euro nach Halver. Wer sich mit welchen Projekten um Mittel bewirbt und wie viel Geld für die Maßnahmen gebraucht wird – das war Thema einer Sitzung des Stadtspotverbandes mit den Halveraner Vereinen, die sich um die Mittel bemühen.

Der TuS Ennepe, der TuS Grünenbaum, der Reit- und Fahrverein Halver, der Ski-Club Halver, der Märkische Angelsportverein, der Tennisclub Halver sowie der TuS Oeckinghausen haben ihre Anträge in der so genannten „Interessensbekundungsphase“ des Auswahlverfahrens bereits eingereicht. Sie stellten ihre Projekte im Bürgerzentrum mit kleinen Präsentationen vor. „So können alle einen Überblick erhalten und bei Details auch noch einmal nachhaken“, sagte SSV-Vorsitzender Michael Eyrich Ravens.

Nach einer Prüfung, welche Projekte förderungswürdig sind, muss der Stadtsportverband eine „priorisierte Vorschlagsliste“ beim Land einreichen – und die Staatskanzlei entscheidet dann final über die Vergabe der Fördermittel. Gefördert werden können Sanierungen und Modernisierungen an vereinseigenen Sportstätten oder an solchen, die für mindestens zehn Jahre gepachtet oder gemietet sind. „Wir haben im vergangenen Jahr im Rahmen der Auftaktveranstaltung bereits betont, dass wir einen Konsens erreichen wollen“, erinnerte Eyrich-Ravens. Sprich: Der SSV will nicht alleine über die Verteilung der Mittel entscheiden, obwohl das grundsätzlich möglich wäre. Stattdessen steht eine Einigung aller Beteiligten im Vordergrund.

In Sachen Finanzierungsrahmen legten die Halveraner Vereine fast eine Punktlandung hin. Nach Präsentation aller Projekte ergibt sich eine gewünschte Fördersumme von rund 335000 Euro. Doch noch haben nicht alle Vereine konkrete Kostenvoranschläge für ihre Projekte angefragt, einige hatten die Kosten vorab nur grob schätzen lassen. Darüber hinaus verwies Bürgermeister Michael Brosch darauf, dass einige der kleineren Projekte vielleicht auch für eine Leader-Förderung in Frage kämen. Um Angebote einzuholen und weitere Fördermöglichkeiten auszuloten, haben die Halveraner Vereine nun zwei Monate Zeit. Im März soll dann gemeinsam mit dem SSV über verlässliche Zahlen für die Projekte beraten werden. Die indes unterscheiden sich insbesondere in der Größenordnung der benötigten Fördermittel – von rund 17 000 Euro bis zu 126 000 Euro reicht die Spanne. Dabei hat der TuS Ennepe den größten Förderbedarf für sein Projekt.

Die Projekte im Kurzüberblick:

TuS Ennepe

Für die Schwenker stellten Dr. Bernd Eicker und Gerd Eicker das Projekt vor: Der TuS möchte sein Vereinsgebäude an der Friedrichshöhe sanieren – insbesondere im Hinblick auf eine energetische Optimierung und Barrierefreiheit. Dazu soll die alte Baracke, die an das massive Gebäude grenzt, abgerissen werden. Der dazugehörige Keller soll zugeschüttet werden. Anstelle der Baracke soll ein ebenerdiger Neubau treten. Die alte Verkabelung des Sportlerheimes soll auf den neuesten Stand gebracht, die Toilettenanlagen erneuert und barrierefrei angelegt werden. In der durch den Neubau größeren Sport-Kursraum sollen alte Leuchten durch LED-Technik ersetzt werden. Zeitgemäße Räume für Besprechungen und eine Umkleide für Schiedsrichter sollen ebenfalls durch die Fördergelder entstehen. Nach einer ersten Schätzung benötigt der TuS Ennepe 210 000 Euro für diese Maßnahmen. Dabei hatte der TuS in seinem Rechenmodell bisher nur eine Förderung von 60 Prozent durch Landesmittel eingerechnet – also 126 000 Euro. Die restlichen 40 Prozent sollen durch Eigenleistungen und eine eventuelle städtische Förderung abgedeckt werden.

TuS Ennepe 1926 e.V.
Foto: SVENJA MEYRICH

RV Halver

Für den Reit- und Fahrverein Halver präsentierten Vorsitzender Birger Giersiepen und Kassierer Thomas Degen das Vereinsvorhaben: Der RVH möchte insbesondere in den Trainings- und Springplatz investieren. „Wir veranstalten drei große Turniere im Jahr, die auch unsere Haupteinnahmequellen darstellen“, sagte Birger Giersiepen. „Ein guter Boden auf dem Platz ist da unerlässlich – sonst kommen manche Teilnehmer erst gar nicht.“ Der neue Boden ist nicht nur relevant im Hinblick auf Sicherheit und Unfallverhütung, sondern vor allem für die Gesundheit der Pferde. Um den Platz auf den neuesten Stand zu bringen, muss der alte Belag abgetragen werden, bevor eine neue Drainage sowie spezieller Schotter und Sand eingebracht werden. Neben dem Platz möchte der RV Halver auch die Toiletten auf dem Gelände sanieren und barrierefrei gestalten sowie eine neue Beleuchtung in der Reithalle anbringen. Geschätzt hat der RV Halver die Kosten für diese Maßnahmen auf 76 000 Euro. Dabei sollen 90 Prozent aus den Landesmitteln bestritten wer den, also circa 68 400 Euro. Die restlichen zehn Prozent entfallen auf Eigenleistungen.

Reit- u. Fahrverein Halver e.V.
Foto: SVENJA MEYRICH

TuS Grünenbaum

Jugendleiter Tom Herberg und der 2. Vorsitzende Andreas Wolter sprachen im Rahmen der Info-Veranstaltung für den TuS Grünenbaum. Der Verein aus dem Halveraner Norden möchte seine Flutlichtanlage erneuern. „Die Anlage ist etwa 20 Jahre alt. Sie beleuchtet viel zu wenig und nicht gleichmäßig“, beschrieb Tom Herberg das Problem. Die schlechte Beleuchtung erschwert sowohl den Trainings- als auch den Spielbetrieb in der dunklen Jahreszeit zum Teil massiv. Dazu kommt, dass die Technik der Anlage mittlerweile so alt ist, dass Reparaturen kaum noch durchführbar sind. „Aktuell können wir immer nur flicken und hoffen, dass es hält“, so Herberg. Mit der Anlage, die der TuS mit Hilfe der Fördermittel an schaffen möchte, ließe sich zudem viel Energie sparen. Bis zu 56 Prozent der Energiekosten und dadurch auch 1,6 Tonnen CO2 jährlich würde der Verein durch die neue Flutlichtanlage einsparen. Der TuS hat Angebote für die Erneuerung vorliegen und beziffert die Gesamtinvestition auf 41 200 Euro. 80 Prozent, also 33 000 Euro, sollen über die Landesförderung finanziert werden, die restlichen 20 Prozent über einen Eigenanteil und Spenden.

TuS Grünenbaum 1895 e.V.
Foto: SVENJA MEYRICH

TC Halver 1960

Für den Tennisclub Halver stellten der 2. Vorsitzende Marc Funke und Geschäftsführerin Dr. Sabine Wallmann die Maßnahmen vor. Der TCH möchte auf seiner Anlage am Rieker Grund mit den terrassenförmig angelegten Tennisplätzen insbesondere die verschiedenen Zuwegungen sanieren lassen. „Viele Treppen sind abgesackt oder ausgeschlagen“, berichtete Marc Funke. Zudem sind die Wege über die Treppen nicht mit Handläufen versehen. Diese Stolperfallen sollen beseitigt werden. Darüber hinaus plant der Verein, eine neue Drainage neben den Plätzen zu legen, um so für eine bessere Entwässerung zu sorgen. Kalkuliert hat der TCH anhand von Kostenvoranschlägen eine Investitionssumme von rund 61 000 Euro mit einem Förderanteil von 57,5 Prozent, also circa 35 000 Euro. Den restlichen Teil will der Verein über Eigenleistungen und aus eigenen Mitteln stemmen.

Ski-Club Halver

Vorsitzender Arnd Knitter stellte das Projekt des Ski-Clubs Halver vor. Am Collenberg möchte der Verein einen neuen Skilift aufstellen lassen. „Unser bisheriger Skilift ist eigentlich weit über seine Nutzungsdauer hinaus. Es gibt da schon den Spruch, dass man als Skifahrer überall liften kann, wenn man es am Collenberg kann“, sagte Knitter. Wobei „neu“ in diesem Zusammenhang nicht wirklich „neu“ meint: „Ein ganz neuer Skilift ist unbezahlbar. Wir würden also gerne einen guten Gebrauchten anschaffen.“ Konkrete Angebote hat der Verein dazu noch nicht eingeholt, rechnet aber mit einer Investitionssumme von etwa 25 000 Euro, wovon 70 Prozent, also rund 17 500 Euro, durch die Landesmittel finanziert we den sollen. Die restlichen 30 Prozent würde der Verein als Eigenanteil übernehmen.

Märkischer Angelsportverein

Der Märkische Angelsportverein war vertreten durch den 1. Vorsitzenden Jürgen Friedrich und seinen Stellvertreter Pascal Klawin. Beide berichteten von der Sanierung des sogenannten „Mönches“, einer Art Ablaufsystem, der im ersten Teich saniert werden musste. Die Kosten für diese Sanierung hatte der Verein mit Hilfe einiger Spenden und zahlreichen Arbeitsstunden der Mitglieder selbst getragen. Daher seien andere notwendige Investitionen auf der Strecke geblieben. Der MASV möchte nun die Zuwegung und die Dammzufahrt zum Gelände sanieren, zwei neue Zugänge zu den Mönchen an der Anlage wiederherstellen, die Zuläufe der Teiche sanieren und befestigen sowie einige morsche und alte Bäume fällen lassen, die die Stabilität der Dämme gefährden. An Stelle dieser Bäume sollen neue Obstbäume gepflanzt werden. Die Kosten für alle Maßnahmen beziffert der MASV auf circa 21 100 Euro – bei einer Fördersumme von 80 Prozent würden rund 17 100 Euro auf die Fördermittel entfallen, die restlichen 20 Prozent würde der Verein in Eigenleistung erbringen.

Märkischer Angelsportverein e.V.
Foto: SVENJA MEYRICH

TuS Oeckinghausen

Thomas Langescheid stellte als 1. Vorsitzender die Projekte des TuS Oeckinghausen vor. „Wir wollen vor allem präventiv arbeiten“, sagte er. So soll über die Fördermittel das Dach des Vereinsheimes an der Susannenhöh neu gedämmt und anschließend neu gedeckt werden. Darüber hinaus soll in die sanitären Anlagen investiert werden, die mittlerweile in die Jahre gekommen sind. Die Sanitärarbeiten sollen, ebenso wie das Dach-Projekt, für mehr Energieeffizienz im Vereinsheim sorgen. So will man unter anderem die alten Durchlauferhitzer ersetzen. Der TuS Oeckinghausen rechnet mit einer Investitionssumme von etwa 43 700 Euro für beide Maßnahmen. Beim Dach kalkuliert der TuS mit einem Eigenanteil von etwa 10 Prozent, bei den Sanitäranlagen von rund 21 Prozent. Somit beliefe sich die Fördersumme für den TuS Oeckinghausen auf 37 700 Euro.

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